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Gebäudemodernisierungsgesetz 2026: Was sich beim Heizungstausch wirklich ändert

  • Autorenbild: Jonas Fechner | Team Lead Energieberatung | dena-zertifiziert | GIH-Mitglied
    Jonas Fechner | Team Lead Energieberatung | dena-zertifiziert | GIH-Mitglied
  • 3. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Hauseigentümer liest Dokument zum Gebäudemodernisierungsgesetz 2026 am Schreibtisch

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) — besser bekannt als Heizungsgesetz — wird abgelöst. Das Bundeskabinett hat am 13. Mai 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) beschlossen. Die wichtigste Botschaft: Die 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Pflicht entfällt, Gas- und Ölheizungen sind wieder frei einbaubar. Die Förderung über KfW 458  für klimafreundliche Heizungen bleibt wohl bis mindestens 2029 bestehen.

Was das konkret für Ihre Heizung, Ihren Energieausweis und Ihre Sanierungsplanung bedeutet — hier die wichtigsten Fakten, klar und ohne Gesetzesdeutsch.

Passend dazu: unser BEG-Förderrechner 2026 zeigt Ihre voraussichtliche Förderung nach aktuellem Stand.


Was ist das GMG — und was löst es ab?

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG, offiziell: GModG) ist der direkte Nachfolger des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Es soll das umstrittene Heizungsgesetz ablösen und Eigentümern mehr Freiheit bei der Wahl ihrer Heiztechnik lassen.


Update vom 18. Juli 2026: Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz am 10. Juli 2026 final beschlossen — das parlamentarische Verfahren ist damit abgeschlossen. Rechtskräftig wird es aber erst mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt, die in den kommenden Wochen erwartet wird; bis dahin gilt das GEG 2024 unverändert weiter. Danach greifen die Regelungen gestaffelt: Die Heizungsreform tritt bereits einen Tag nach der Verkündung in Kraft, die Energieausweis-Kernregeln dagegen erst sechs Monate später, voraussichtlich Anfang 2027. Alle Fristen im Detail sowie die Folgen für Energieausweis und iSFP haben wir in unserem Update-Artikel. 


Die 5 wichtigsten Änderungen im Überblick

  1. 65-Prozent-Pflicht entfällt: Die Vorgabe, dass neue Heizungen mindestens zu 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, wird ersatzlos gestrichen. Gas- und Ölheizungen sind damit wieder frei einbaubar.

  2. Betriebsverbote entfallen: Das bisherige Verbot, Öl- und Gasheizkessel nach 30 Jahren weiterzubetreiben, wird abgeschafft. Funktionierende Heizungen dürfen unbegrenzt laufen und repariert werden.

  3. Bio-Treppe ab 2029: Wer nach Inkrafttreten des GMG eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, muss ab 2029 einen wachsenden Anteil CO2-neutraler Brennstoffe nutzen: 10 % (2029), 15 % (2030), 30 % (2035), 60 % (2040).

  4. KfW-Förderung bleibt: Die Bundesregierung sichert die Förderung klimafreundlicher Heizungen bis mindestens 2029. Die KfW 458-Förderung mit bis zu 70 % bleibt bestehen.

  5. Energieausweis-Reform: Voraussichtlich neue Skala A bis G statt A+ bis H. Die Denkmalschutz-Ausnahme beim Energieausweis entfällt. Bestehende Ausweise behalten ihre 10-jährige Gültigkeit.


Was bedeutet das GMG für Ihre bestehende Heizung?

Wer eine funktionierende Gas- oder Ölheizung hat, muss nichts tun. Bestandsheizungen dürfen weiterlaufen, repariert werden und haben kein Ablaufdatum. Nur wer eine neue Heizung einbaut, muss ab 2029 die Bio-Treppe einhalten.


Lohnt sich die Wärmepumpe noch — oder lieber auf das GMG warten?

Trotz mehr Wahlfreiheit bleibt die Wärmepumpe die wirtschaftlich sinnvollste Wahl für die meisten Gebäude. Der Grund: Steigende CO2-Preise (2026: 55–65 €/t) verteuern fossiles Heizen kontinuierlich. Die Bio-Treppe wird Gasheizungen langfristig teurer machen. Die KfW-Förderung mit bis zu 70 % macht die Wärmepumpe jetzt besonders attraktiv. Eine Heizlastberechnung zeigt, ob eine Wärmepumpe für Ihr Gebäude geeignet ist.

Wichtig: Der Klima-Geschwindigkeitsbonus sinkt 2027 von 20 % auf 17 %. Wer 2026 handelt, sichert sich mehr Förderung.


Was ändert sich beim Energieausweis durch das GMG?

Update: Mit dem final beschlossenen Gesetzestext ist jetzt klar, dass die neue, EU-einheitliche Skala A bis G nur für Nichtwohngebäude gilt. Für reine Wohngebäude bleibt die bekannte Skala A+ bis H bestehen. Bestehende Ausweise behalten unabhängig davon ihre 10-jährige Gültigkeit. Bestätigt ist außerdem: Der Verbrauchsausweis für Nichtwohngebäude entfällt komplett — dort zählt künftig nur noch der Bedarfsausweis. Auch bei Mietvertragsverlängerungen muss künftig ein gültiger Energieausweis vorgelegt werden, wenn noch keiner vorliegt. Alle Details und gestaffelten Fristen lesen Sie in unserem Update.


Wie hilft ein iSFP bei der Sanierungsplanung nach GMG?

Das GMG schafft mehr Wahlfreiheit — aber keine Orientierung. Wer langfristig plant, braucht einen klaren Sanierungsfahrplan. Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind — und sichert einen Förderbonus auf BAFA-Einzelmaßnahmen im Fahrplan. Update: Seit der BEG-Reform zum 21. Juli 2026 gilt dieser Bonus erst ab einem förderfähigen Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 Euro und nur auf den übersteigenden Betrag — Details dazu in unserem separaten Update. Unser Förderservice begleitet Sie durch alle Anträge.


Häufige Fragen zum Gebäudemodernisierungsgesetz (FAQ)


Gilt das GMG schon jetzt?

Der Gesetzgebungsprozess ist abgeschlossen: Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz am 10. Juli 2026 final beschlossen. Rechtskräftig wird es aber erst nach Verkündung im Bundesgesetzblatt (in den kommenden Wochen erwartet). Die Regelungen treten danach gestaffelt in Kraft — die Heizungsreform einen Tag nach Verkündung, die Energieausweis-Kernregeln erst sechs Monate später (voraussichtlich Anfang 2027). Bis zur jeweiligen Stufe gilt das GEG 2024 unverändert weiter.


Muss ich meine bestehende Gasheizung austauschen?

Nein. Bestandsheizungen dürfen weiterlaufen und repariert werden. Eine Austauschpflicht besteht nur bei irreparablem Defekt. Das GMG macht hier keine Einschränkungen.


Bleibt die Wärmepumpen-Förderung bestehen?

Ja. Die Bundesregierung hat die KfW 458-Förderung aktuell mit bis zu 70 % bis mindestens 2029 gesichert. Wer 2026 handelt, profitiert noch vom vollen Klima-Geschwindigkeitsbonus von 20 % (sinkt ab 2027).


Unsicher welche Heizung 2026 die richtige ist? Wir beraten Sie zertifiziert und unabhängig.




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